Mit Datum vom 20.04.2011 hat Peter Klose seinen Austritt aus der NPD erklärt. Der ehemalige Vorsitzende des Kreisverbandes Zwickau (Stadt), der zeitweilig als Nachrücker auch ein Landtagsmandat für die Nationaldemokraten innehatte, will sein Stadtratsmandat in Zwickau als Parteiloser weiterführen. Seinen Austritt begründete er mit „nicht zu akzeptierenden Zuständen“ innerhalb der NPD.
Der Kreisverband Zwickau-Westsachsen, dem Klose bis zu seinem Austritt angehörte, nimmt das Ausscheiden des 58jährigen zur Kenntnis. Der Kreisvorsitzende Patrick Gentsch äußerte hierzu: „Ich persönlich kann diesen Entschluß des Herrn Klose nur begrüßen. Seit dem durch die Kreisfusion notwendig gewordenen Zusammenschluß der Kreisverbände, durch die er sein Amt als NPD-Kreisvorsitzender verlor, hat er sich aus dem politischen Leben völlig zurückgezogen. So nahm er seit Jahren an keiner Versammlung oder sonstigen Veranstaltung seines Kreisverbandes mehr teil, obwohl er noch bis Februar diesen Jahres stellvertretender Vorsitzender war.
Aufgefallen ist Peter Klose in der Vergangenheit ohnehin nur noch durch skurrile Anfragen im Zwickauer Stadtrat, die wir nun als Partei nicht mehr mitzuverantworten haben. Als Parteiloser kann er künftig gerne nach Ufo´s, U-Bahnen in Zwickau oder einem Asyl für Muammar al Gaddafi nachfragen.
Merkwürdig erscheint mir allerdings seine Austrittsbegründung, in der er seine ehemaligen Kameraden mit verschiedenen Unterstellungen konfrontiert. Besonders der Vorwurf der „Geldgeilheit“ erscheint mir weit hergeholt. Schließlich war es doch gerade Peter Klose, der trotz Aufforderung durch den Kreisvorstand nicht bereit war, den vollen Mitgliedsbeitrag von 10,50 Euro (bzw. seit 2011 12 Euro) zu zahlen, sondern den Verband mit dem monatlichen Sozialbeitrag von 3,50 Euro abgespeist hat (und dies bei monatlichen Bezügen von rund 4500 Euro zzgl. steuerfreier entfernungsabhängiger Aufwandsentschädigung). Die Mandatsträger- Umlage wurde von ihm in seiner Funktion als zeitweiliger Landtagsabgeordneter ebenso wenig entrichtet wie die in der NPD übliche Umlage aus den Aufwandsentschädigungen aus seinem kommunalen Mandat. Der Vorwurf der finanziellen Vorteilsnahme fällt also auf niemand anderen als Herrn Klose selbst zurück.
Im Großen und Ganzen kann ich seinem Austritt mehr als eine gute Seite abgewinnen. Zum einen verschwindet ein inaktiver Beitragsschuldner in der Bedeutungslosigkeit, der in der Vergangenheit die Partei mit peinlichen Schlagzeilen mehr als einmal in Erklärungszwänge gebracht hat. Zum anderen wird durch seinen Abgang in Zwickau endlich der Weg frei für einen politischen Neuanfang. Klose hat es weder geschafft, seine Ortsgruppe zu organisieren, zu führen oder gar neue Mitglieder zu gewinnen. Es ist sicher auch seiner dissozialen Persönlichkeit zuzuschreiben, dass er sein eignes Versagen jetzt den ehemaligen Kameraden vorwirft.
Trotz seiner Defizite und des nicht immer leichten Umgangs hat sich der Kreisverband zum Wohle des Großen und Ganzen stets bemüht, Peter Klose einzubinden und in ihm einen zu unterstützenden Kameraden zu sehen, wenngleich dies nicht immer leicht gefallen ist. Durch seinen (unter fadenscheinigen Vorwänden und Schuldzuweisungen) erfolgten Austritt aus der NPD hat Peter Klose einen Neustart für Zwickau und die politische Arbeit vor Ort frei gemacht – dafür gebührt ihm mein Dank, und ich wünsche ihm für seine parteilose Zukunft alles Gute.“
Gitta Schüßler,
Presse KV Zwickau-Westsachsen
26.04.2011