Unter dem Motto „Don´t walk. Talk.“ * flehen die Beratungsvereine Kulturbüro Sachsen e.V. und RAA Sachsen e.V. um anonyme Hinweise zu „Rassismus, rechtsradikaler Gewalt, Neonazis usw.“ Wer nicht mutig genug dafür ist, kann auch per Handy spenden. Zu diesem Zweck wurde eine Postkarte entworfen, die auf der Vorderseite eine junge Frau mit blauen Augen, Hitlerbärtchen und verkniffenem Gesichtsausdruck präsentiert.
Ein Kommentar
In der Zeit nach der Enttarnung des Zwickauer Terrorteams, das seine blutige Mordspur quer durch die Republik gelegt hat, in einer Zeit, als Spekulationen, Schuldzuweisungen und ständig neue Enthüllungen eine sachliche Diskussion und Auswertung fast unmöglich machten, als faktisch jeder Briefmarkenverein sich berufen fühlte, ein NPD-Verbot zu fordern, in dieser aufgeheizten Zeit also fand ein Fußballspiel in Zwickau statt.
Aue gegen Zwickau, konkret FSV Zwickau gegen FCE Aue II am 25. November, das Spiel endete übrigens mit einem Sieg der Zwickauer.
Mit zunehmender Sorge beobachte ich, wie sich die selbsternannten Linksguten in Limbach-Oberfrohna in eine Opferrolle stilisieren. Gut dokumentiert wird das im Blog des Herrn Stadtrates Moritz Thielicke, in dem mittlerweile das Wort „Opfer“ (rechter Gewalt) häufiger auftaucht als beispielsweise „Demokratie“. Eine sehr bedenkliche Prioriätenverschiebung, da wir aus anderen Bevölkerungs- (bzw. Opfer-)gruppen wissen, daß der Opferstatus untrennbar mit dem Ruf nach angemessener Finanzierung verbunden ist. Oder nennen wir es staatliche Alimentierung. Das „gute Opfer“ hat ein Recht auf finanzielle, ganz zu schweigen von moralischer Anerkennung.
Gastkommentar
Anläßlich des Mehrfach-Gedenktages 9. November gab der sächsische Landesrabbiner Salomon Almekias-Siegl der „Lausitzer Rundschau“ ein Interview. Da mich auch schlechteste Erfahrungen nicht davon abbringen können, derartige Druckerzeugnisse zu lesen, konnte ich dem Artikel einige Aussagen entnehmen, die bei mir zumindest eine gewisse Überraschung ausgelöst haben.
Weiterlesen: Der Herr Landesrabbiner – auf dem Weg zur Besserung?
Eine neue Qualität
Am vergangenen Wochenende kam es in Limbach-Oberfrohna erst zu einer Prügelei zwischen Jugendlichen, später zu einem Brandanschlag auf das Domizil der Sozialen und politischen Bildungsvereinigung in Limbach-Oberfrohna, wobei ein Raum völlig ausbrannte und einige ältere Leute aus der Nachbarschaft evakuiert werden mußten.
Ob zwischen diesen beiden Vorfällen ein Zusammenhang besteht, ist noch völlig unklar. Eindeutig allerdings sind die ersten Reaktionen auf den Vorfall: Es müssen „rechtsgerichtete Jugendliche“ gewesen sein, die den Treff des alternativen Bündnisses abgefackelt haben, der OB soll endlich etwas unternehmen, sich distanzieren und vor allem den Wiederaufbau des Treffs finanzieren, der Rechtsextremismusexperte der Grünen im Sächsischen Landtag hat sowas schon lange kommen sehen und überhaupt.
Toleranz – in seiner ursprünglichen Bedeutung soviel wie „erdulden, erleiden, ertragen“ – ist eines der am meisten missbrauchten Worte der Gegenwart. Ein Kampfbegriff, der es jedem Gutwilligen unmöglich macht, sich von irgendetwas abzugrenzen und der seinen Höhepunkt in dem Paradoxon „keine Toleranz der Intoleranz“ findet.
Nun haben jedenfalls die Bürger der Stadt Limbach-Oberfrohna die Möglichkeit, ihre Duldsamkeit und Leidensfähigkeit unter Beweis zu stellen, sprich, ihre Toleranz im Großen Buch der Toleranz durch ihre Unterschrift zu dokumentieren.
Damit hat die Stadtverwaltung, insbesondere Herr Oberbürgermeister Rickauer, den Boden der Neutralität verlassen, zu dem staatliche Stellen und Behörden in einem Rechtsstaat eigentlich verpflichtet sind.
Weiterlesen: Ein Gespenst geht um in Limbach-Oberfrohna – das Gespenst der Toleranz.
Am Mittwoch, den 22.10.2008, fand sich auf der Lokalseite Chemnitzer Umland ein Artikel über vermeintliche Übergriffe auf einen linken Jugendklub in Limbach-Oberfrohna.
In diesem Artikel wurde auch Frau Petra Zais vom „mobilen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus“ zitiert, die mich mit nebulösen Äußerungen („“rechte Aktionen von Gruppierungen um die NPD-Landtagsabgeordnete Gitta Schüßler…“) in die Nähe des – von der Polizei übrigens dementierten – „Überfalles“ rücken möchte.
Ich erkläre dazu folgendes: